Auf den Spuren der österreichischen Geschäftskultur

by marian in Unkategorisiert

Am 16. 2. 2017 fand wieder ein „Bau+Stamm+Tisch“ statt, bei dem eine illustre Runde aus Brancheninsidern über das Wesen der österreichischen Geschäftskultur diskutierte. Dabei zeigte sich schnell, dass kulturspezifische Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei grenzüberschreitenden Managementprozessen im Bauwesen nicht vernachlässigt werden dürfen.

 Was man sieht, denkt oder tut, hängt sehr häufig von der nationalen Geschäftskultur ab. Denn diese beeinflusst uns unweigerlich – sei es bewusst oder unbewusst – im beruflichen Alltag: Die Art wie wir denken, kommunizieren, uns verhalten oder wem wir vertrauen, basiert immer auch auf den eigenen Werten, die uns von Kindheit an prägen. In Ländern wie Deutschland oder Holland hört man oft den Spruch „Let’s get the job done first – we’ll spend time getting to know each other later“ als Symbol einer aufgabenbezogenen Geschäftskultur. In Österreich sowie der Slowakei hingegen ist es zur Vertrauensbildung eher wichtiger, wer du bist als was du kannst. Dabei werden Entscheidungen viel stärker personenabhängig getroffen ­– entweder schon vor oder nach einer Verhandlung, bei dem die Vertragsunterzeichnung dann nur mehr eine reine Formalität darstellt.

Tipp: Wer sich an die nationalen und oft recht unterschiedlichen kulturellen Spielregeln im Geschäftsleben hält, hat nicht nur im Bauwesen einen großen Vorteil: Flexibilität, Freundlichkeit, Wertschätzung und ein hohes Maß an Empathie gegenüber ausländischen Geschäftspartnern sind ein probates Mittel, um Projekte zeitnah und vertragskonform umzusetzen und gleichzeitig ein zwischenmenschlich positives Arbeitsklima zu erzeugen. Die österreichische Geschäftskultur wurde übrigens von den sieben anwesenden „Bau+Stamm+Tischlern“ – bestehend aus Architekten, Statikern und Projektentwicklern – als eine bunte Mischung der beiden diametralen Geschäftskulturwelten beschrieben. Kreativ, amikal, flexibel, bürokratisch-hierarchisch, berechnend, ausgrenzend, aber in Summe doch ganz entspannt …

P.S: Sind Sie auch an unserem regelmäßig stattfindenden „Bau+Stamm+Tisch“ interessiert? Dann lade ich Sie gerne dazu ein  – oder ich informiere Sie im Rahmen eines unverbindlichen Gespräches über unsere Arbeitsweise.

Foto oben: Nick Wallner, Klaus Bayer, Marian Stancik, Tony Bayer, Klaus Olbrich (vorne), Franz Denk, Christian Gigler am 16.2.2017 (v.l.n.r.) c) Christiane Reitshammer

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